Kieferfehlstellungen bei Erwachsenen – erkennen und gezielt behandeln
von Lückenschluss
Kieferfehlstellungen werden häufig mit der kieferorthopädischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen verbunden. Doch auch bei Erwachsenen können Ober- und Unterkiefer ungünstig zueinander stehen. Manche Fehlstellungen bestehen bereits seit der Kindheit, andere fallen erst später durch Veränderungen der Zahnstellung, funktionelle Beschwerden oder den Wunsch nach einer harmonischeren Zahn- und Kieferposition auf.
Auch nach Abschluss des Wachstums stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. In unserer Praxis LÜCKENSCHLUSS betrachten wir dabei nicht nur einzelne Zähne. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Zahnstellung, Biss und Kieferrelation, denn erst eine genaue Diagnostik zeigt, welche Form der Behandlung zur individuellen Ausgangssituation passt.
Wenn Ober- und Unterkiefer nicht optimal zusammenpassen
Bei einer Kieferfehlstellung stehen Ober- und Unterkiefer nicht in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. Dadurch kann sich auch verändern, wie die Zahnreihen beim Zubeißen aufeinandertreffen. Kieferfehlstellungen können unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei manchen Patientinnen und Patienten steht der Unterkiefer vergleichsweise weit zurück, bei anderen weiter vor. Auch seitliche Abweichungen oder ein ungünstiges vertikales Verhältnis der Kiefer sind möglich. Davon abzugrenzen sind reine Zahnfehlstellungen. Hier liegt die Ursache vor allem in der Position einzelner oder mehrerer Zähne, während die Kiefer grundsätzlich passend zueinander stehen können. In der Praxis können jedoch auch Zahn- und Kieferfehlstellungen gemeinsam auftreten.
Überbiss, Unterbiss und Kreuzbiss als mögliche Formen
Kieferfehlstellungen zeigen sich nicht bei jedem Menschen auf die gleiche Weise. Ein bekanntes Beispiel ist ein ausgeprägter Überbiss, bei dem das Verhältnis von Ober- und Unterkiefer beziehungsweise der Frontzähne verändert sein kann. Welche unterschiedlichen Ursachen dahinterstehen und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen, erklären wir ausführlicher in unserem Beitrag zum Überbiss bei Erwachsenen. Bei einem Unterbiss kann dagegen der Unterkiefer beziehungsweise die untere Zahnreihe im Verhältnis weiter vorne liegen. Auch ein Kreuzbiss ist möglich. Dabei beißen einzelne Zähne oder ganze Zahngruppen in einem veränderten Verhältnis zueinander.
Für die Therapie reicht die Bezeichnung der Fehlstellung allein jedoch nicht aus. Entscheidend ist, ob ihre Ursache überwiegend in der Zahnstellung, der Kieferposition oder in einer Kombination aus beidem liegt.
Kieferfehlstellungen können das Gesichtsprofil beeinflussen
Neben der Bisssituation können ausgeprägtere Kieferfehlstellungen auch Auswirkungen auf die Gesichtsproportionen haben. Die Position von Ober- und Unterkiefer beeinflusst unter anderem das Profil, die Kinnregion und das Verhältnis zwischen den einzelnen Gesichtspartien. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Abweichung automatisch behandlungsbedürftig ist. Gesichtsformen und Kieferpositionen sind individuell verschieden. Eine kieferorthopädische Behandlung sollte sich daher nicht an einem vermeintlich perfekten Profil orientieren. Im Vordergrund stehen die individuelle Ausgangssituation, mögliche funktionelle Einschränkungen und die persönlichen Behandlungsziele.
Funktionelle Auffälligkeiten ernst nehmen
Eine Kieferfehlstellung kann sich auch funktionell bemerkbar machen. Abhängig von Art und Ausprägung können die Zahnkontakte beim Zusammenbeißen verändert sein oder einzelne Bereiche des Gebisses unterschiedlich belastet werden. Beschwerden der Kiefergelenke oder Kaumuskulatur können ebenfalls auftreten, haben allerdings zahlreiche mögliche Ursachen. Eine vorhandene Kieferfehlstellung ist daher nicht automatisch die Ursache solcher Beschwerden. Eine umfassende Diagnostik ist wichtig, um Zusammenhänge nicht vorschnell herzustellen und die gesamte Zahn- und Kiefersituation zu beurteilen.
Kieferorthopädische Behandlung ist auch bei Erwachsenen möglich
Mit dem Ende des Wachstums endet nicht die Möglichkeit einer kieferorthopädischen Behandlung. Zähne können grundsätzlich auch im Erwachsenenalter bewegt werden. Die Voraussetzungen unterscheiden sich jedoch von der Behandlung während der Wachstumsphase. Bei einer überwiegend dental bedingten Fehlstellung können beispielsweise transparente Aligner oder festsitzende Zahnspangen eingesetzt werden. Welche Methode geeignet ist, hängt von den erforderlichen Zahnbewegungen und der individuellen Ausgangssituation ab. Unsere Kieferorthopädie für Erwachsene berücksichtigt dabei neben der Zahn- und Kieferstellung auch Anforderungen, die für erwachsene Patientinnen und Patienten im Alltag häufig eine besondere Rolle spielen.
Aligner können bei geeigneten Fehlstellungen eine Option sein
Für viele Erwachsene ist eine möglichst unauffällige Zahnkorrektur interessant. Transparente Aligner werden individuell angefertigt und bewegen die Zähne schrittweise in die geplante Position. Zum Essen und zur Zahnpflege können die Schienen herausgenommen werden. Ob eine Kieferfehlstellung beziehungsweise die damit verbundene Zahnstellung mit Alignern korrigiert werden kann, muss individuell beurteilt werden. Nicht jede Fehlstellung eignet sich gleichermaßen für diese Therapieform.
Bei LÜCKENSCHLUSS bieten wir mit Invisalign eine Möglichkeit der nahezu unsichtbaren Zahnkorrektur an. Die Entscheidung für ein bestimmtes Behandlungssystem erfolgt jedoch erst nach der diagnostischen Beurteilung.
Bei ausgeprägten Kieferfehlstellungen reicht eine Zahnkorrektur nicht immer aus
Ein wesentlicher Unterschied zwischen Jugendlichen und Erwachsenen liegt im abgeschlossenen Kieferwachstum. Während während des Wachstums bestimmte Entwicklungen der Kiefer beeinflusst werden können, bestehen diese Möglichkeiten bei Erwachsenen nur noch eingeschränkt. Ist die Fehlstellung hauptsächlich durch die knöcherne Position der Kiefer bedingt und stark ausgeprägt, können Zahnbewegungen allein möglicherweise nicht ausreichen, um die Kieferrelation grundlegend zu verändern. In entsprechenden Fällen kann eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung eine Option darstellen. Die kieferorthopädische Therapie und die kieferorthopädische Chirurgie werden dabei aufeinander abgestimmt.
Ein chirurgisches Vorgehen ist jedoch keineswegs bei jeder Kieferfehlstellung notwendig. Die genaue Diagnostik entscheidet darüber, welche Möglichkeiten im individuellen Fall bestehen.
Zahnstellung und Kieferposition müssen getrennt beurteilt werden
Gerade für Erwachsene ist diese Unterscheidung wichtig. Gerade Zähne bedeuten nicht automatisch, dass auch die Kiefer optimal zueinander stehen. Umgekehrt muss eine sichtbare Zahnfehlstellung nicht zwangsläufig durch eine knöcherne Kieferfehlstellung verursacht sein. Deshalb sollte die Auswahl einer Zahnspange nicht am Anfang der Behandlung stehen. Zunächst muss geklärt werden, welches Problem überhaupt behandelt werden soll. Erst danach lässt sich entscheiden, ob Zahnbewegungen ausreichen, welches kieferorthopädische System dafür geeignet ist und ob weitere Maßnahmen berücksichtigt werden müssen.
Moderne Diagnostik schafft die Grundlage für die Behandlungsplanung
Eine sorgfältige Untersuchung von Zähnen, Biss und Kieferrelation bildet die Grundlage jeder kieferorthopädischen Therapie. Je nach Ausgangssituation kommen unterschiedliche diagnostische Verfahren zum Einsatz, um die Fehlstellung genauer einzuordnen. Auf dieser Basis kann ein individueller Behandlungsplan entwickelt werden. Dabei werden nicht nur die medizinischen und funktionellen Voraussetzungen berücksichtigt, sondern auch die persönlichen Wünsche der Patientinnen und Patienten. Gerade bei komplexeren Fehlstellungen ist eine nachvollziehbare Planung wichtig, da unterschiedliche Behandlungsschritte miteinander kombiniert werden können.
Kieferfehlstellungen bei Erwachsenen individuell behandeln
Kieferfehlstellungen im Erwachsenenalter reichen von vergleichsweise gering ausgeprägten Abweichungen bis zu komplexen Veränderungen der Kieferrelation. Eine pauschale Behandlung gibt es deshalb nicht. In unserer Praxis LÜCKENSCHLUSS beurteilt Zahnarzt Matiar Bonehie, Master of Science Kieferorthopädie, die individuelle Zahn- und Kiefersituation und entwickelt darauf abgestimmte Behandlungskonzepte. Je nach Befund können kieferorthopädische Zahnbewegungen mit Alignern oder festen Zahnspangen ausreichen; bei ausgeprägten skelettalen Fehlstellungen können weiterführende Behandlungsmöglichkeiten berücksichtigt werden.
Entscheidend ist, Zahnstellung und Kieferposition nicht isoliert zu betrachten. Eine fundierte Diagnostik schafft die Grundlage dafür, funktionelle und ästhetische Behandlungsziele realistisch einzuordnen und einen passenden Behandlungsweg festzulegen.
Wenn Sie Fragen zur Behandlung haben, informieren wir Sie gerne persönlich und beraten Sie in unserer Praxis.
Zahnarzt Matiar Bonehie
Master of Science Kieferorthopädie
Ricklinger Stadtweg 52
30459 Hannover
Telefon: 0511 26176558
Telefax: 0511 26175268